Führung bei Lindner Porzellan in Küps

Vielen Dank an Walter und Werner Gossel für die hoch interessante Führung einer Gruppe von Frauenlisten-Frauen durch die Werkstätten der Porzellanmanufaktur Lindner in Küps! Einen kleinen Eindruck gibt das kurze Video unter dem folgenden Link wieder:

https://www.facebook.com/watch/?v=940125264000031

Sehr informativ und sehenswert ist auch die „Virtuelle Führung“, eine Reportage des BR (siehe QR-Code unten).

https://www.lindner-porzellan-shop.de/

Erinnerung an Ingeborg Gossel-Pacher, Küps,

„Es ist an uns, dass Menschen mit Behinderung eine aktive und gleichberechtigte Teilhabe an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ermöglicht bekommen“. – Diesen Herzenswunsch brachte Ingeborg Gossel-Pacher zeitlebens nicht nur in Form von Lyrik und Prosa zum Ausdruck, sondern auch dadurch, dass sie jedem Menschen die Hand reichte, der sie benötigte.

Die 1937 in Köln geborene, in Österreich aufgewachsene Theologin und Lehrerin Ingeborg Pacher hatte eine deutsche Mutter und einen österreichischen Vater. Bis zu ihrem 40. Lebensjahr unterrichtete sie an verschiedenen Schulen in Kärnten und Deutschland. Daneben begann sie schon früh mit ihrer literarischen Tätigkeit und wurde auch Mitglied des Kärntner SchriftstellerInnenverbandes (KSV).

1973 heiratete sie den Diplom-Kaufmann und Absolventen der Münchner Kunstakademie Werner Gossel. 1975 erhielt sie den begehrten Carinthia-Literaturpreis. Von 1978 bis zu ihrem Tod am 9. August 2010 fühlte sie sich in Küps im Landkreis Kronach zuhause. Hier kümmerte sie sich um ihre Kinder Ulrike und Walter und betreute Privat- und Geschäftskunden der Porzellanfabrik Lindner, deren Prokuristin sie seit 1990 war.

Neben all diesen beruflichen Herausforderungen baute Ingeborg Gossel-Pacher ihre Leidenschaft, das Schreiben und Dichten, weiter aus und veröffentlichte regelmäßig ihre Werke. Sie erlebte, dass viele Komponisten ihre Texte vertonten und der österreichische Rundfunk sie mit Sendungen ehrte.

Die Idee, Ingeborg Gossel-Pacher wieder ins Bewusstsein zu rücken, stammt von Cornelie Vormbrock. Der Text, hier in gekürzter Form, wurde von Petra Zenkel-Schirmer verfasst und im Heimatkundlichen Jahrbuch des Lkr. Kronach, Band 31, 2023 veröffentlicht.

Außerdem wurde auf Initiative der Frauenliste Stadt u. Lkr. Kronach von der Marktgemeinde Küps eine Gedenktafel am Gebäude der Lindner Porzellanfabrik installiert, die das Andenken an Ingeborg Gossel-Pacher wach halten soll.

Hier ein Gedicht von Ingeborg Gossel-Pacher:

Käme Er heute

(Weihnachtsgabe des Kärntner

Schriftstellerverbandes, 1999)

Käme Er heute,

Er fände uns

anfällig für die Werbung

eingestimmt auf sentimental

und die Fassaden

mit Erwartung poliert.

Käme Er heute,

Er fände uns

voll beschäftigt

irgendwo im Getriebe des Alltags.

Käme Er heute,

Er müsste warten.

Lange.

Länger als damals.

Foto aus dem Besitz der Familie Gossel. Ingeborg Gossel-Pacher bei der Verleihung des Carinthia-Literaturpreises 1975